Italien 2012 oder "präsidiales Trainingslager-Tagebuch"

Samstag, 5. Mai

Aufstehen um 3 Uhr in der Früh, damit wir (Laszlo, Edi und meine Wenigkeit) um halb 5 in Dornach sind und die Velos mitsamt Gepäck verladen können. So fängt das Trainingslager des VC Dornach wie jedes Jahr an. Wieder dürfen wir eine tolle Woche mit unseren Kolleginnen und Kollegen des VC Dornach verbringen. Die Carfahrt nach Riccione ist unterdessen schon Routine und als wir um 14.30 Uhr ankamen war es leicht bewölkt was ein paar Ungeduldige veranlasste, noch schnell auf den Sattel zu springen und die Beine ein erstes Mal auf italienischem Boden kreisen zu lassen. Ich zog es jedoch vor zuerst die Reisestrapazen runterzuspülen. Dies geht einfach am besten mit einem Birra Morreti.

Sonntag, 6. Mai

Früh aufstehen, um 9 Uhr aufs Rennvelo und möglichst kurz nach Mittag zurück sein. Denn im Hotel sagten uns alle es würde gegen Abend regnen. Und wirklich: die Himmelsschleusen öffneten sich und ein frühlingshafter Regenschauer benetzte die Strassen der Region. Dies hielt mich und einige andere nicht von einem kleinen Spaziergang mit Kaffeehalt ab. Wir sind schliesslich nicht nur zum Tempobolzen runter gekommen.

Montag, 7. Mai

Zwei nervige Geräusche weckten mich zum Wochenstart: erstens der Wecker und zweitens Regentropfen an der Scheibe! Und so selbstverständlich wie ich bei brennender Sonne an steilen Anstiegen zum Wasserbidon im Rennrad-Rahmen greife ziehe ich nun die Bettdecke wieder über die Nase und schlafe noch 30 Minuten weiter. Um 12 Uhr konnten wir doch noch zu einer 70er Runde starten.

Dienstag, 8. Mai

Endlich zweifellos schön, also auf nach Urbino, geleitet von einem ortskundigen Führer. Er konnte jedoch den kleinen Länderkampf zwischen uns Schweizern und einigen mitfahrenden Deutschen auch nicht verhindern. Wer gewann? Keine Ahnung, doch am nächsten Tag bekamen wir die Rechnung auf den Tisch.

Mittwoch, 9. Mai

Die germanisch-helvetische Testosteronschlacht vom Vortag bewirkte, dass einige in unserer Gruppe die Beine doch etwas mehr spürten als es zur Wochenmitte üblich ist. Trotzdem spulten wir tapfer unsere Kilometer ab und machten den Gruppenleiter (hoffentlich) stolz.

Donnerstag, 10. Mai

Giro d’Italia wir kommen. Doch erst nahmen wir auf dem Weg ins Landesinnere jeden noch so kleinen Hügel unter die Räder, den man auftreiben konnte. Beim Etappenziel der Profis in Fona gabs erst mal einen Stärkungskaffee ehe es weiter ging nach Pesaro. Wir wollten uns auf der Panoramica postieren. Unser Hotel organisierte uns diesen Aussichtsplatz, gab uns ein Picknick mit und liess uns dann drei Stunden lang auf den Giro warten. Das Ganze natürlich bei eitel Sonnenschein. Dies alles für sage und schreibe 180 Sekunden (!) Giro-Spektakel. Können die nicht etwas langsamer fahren damit man auch sieht wer da so mitpedaliert? Zusammen mit dem Heimweg kamen so 105 Kilometer und manch tolle Fotos zusammen.

Freitag, 11. Mai

Am Vorabend gingen wir noch mit Jürgen aus Stuttgart in den Ausgang was hinterher vielleicht nicht für jedermann eine tolle Idee war. Lichterlöschen um halb 2 in der Nacht und eine folgende 95 km-Tour ist nun mal nicht sehr kompatibel. Trotzdem war die Ausfahrt traumhaft schön und nach der Ankunft im Hotel konnten wir die Räder auch gleich verladen. Dagegen hatte niemand was, schliesslich kam man in dieser Trainingswoche voll und ganz auf seine Kosten. Für mich ergaben sich so angenehme 550 Kilometer und 5'525 Höhenmeter.

 

Wieder war es eine schöne Woche mit unseren Freunden aus Dornach. Für die Organisation des Lagers sei an dieser Stelle herzlich gedankt und ich wie sicherlich auch meine Kollegen vom VMC Birsfelden freuen uns schon aufs kommende Jahr.

 

-> Fotos VC Dornach

-> Fotos VMC Birsfelden