Gruyère Cycling Tour 2011

Am 28. August fand die diesjährige Gruyère Cycling Tour statt. In diesem Jahr waren Rolf und Thomi für den VMC unterwegs und nahmen die 125 Kilometer durch das wunderschöne Greyerzerland unter die Räder.

Punkt 9 Uhr war Start in Bulle. Die Temperaturen waren noch eher im frischen Bereich. Doch verglichen mit dem stürmischen Wetter der vorangegangenen Tage war es ein Traum. Etwas mehr als 2000 Radfahrer stellten sich im Startblock auf, unsere VMCler eher im hinteren Bereich. Schliesslich ging es auch so hektisch zu und her in so einer Startphase, da braucht es nicht noch ein Vordrängen von zweien welche nicht auf Sieg fahren.

Die ersten rund 35 Kilometer wurden dann auch im Zeichen der Positionskämpfe gefahren. Einige nahmen mehr, die beiden Lässer eher weniger Risiko. Trotzdem kamen sie auf den abschüssigen Strassen zu Beginn gut vorwärts und konnten sich in der Masse positionieren. Allerdings konnten sie nicht vermeiden sich im Gedränge aus den Augen zu verlieren. So nahmen beide die Anfahrt nach Jaun und die folgende Steigung zum Col du Mittelberg allein in Angriff. Oben am Kontrollposten kam es zum Wiedersehen und nach einer kleinen Stärkung nahm man die heikle Abfahrt hinunter nach Saanen in Angriff. Noch waren die Temperaturen im unteren Bereich und die Finger klammerten sich etwas verkrampft um die Bremsgriffe.

Von Saanen aus ging es dann via Gstaad hinein ins Tal, das uns langsam steigend zum Fusse des Col du Pillon brachte. Auch in dieser Steigung war wieder ausgemacht, dass beide ihren eigenen Rythmus gingen und somit Rolf rund eine Minute vor Thomi oben ankam. Während der Kletterei kam, ausgerechnet im Teil der steiler wurde, der Gegenwind auf, welcher die Fahrer noch bis zum Ende der Rundfahrt begleiten sollte. Doch das Panorama war super und unterdessen konnten auch die Armlinge getrost nach unten gerollt werden oder sie verschwanden sogar ganz in der Trikottasche.

Nach einer kurzen jedoch knackigen Abfahrt vom Pillon hinunter brachte ein Überführungsstück, in welchem wieder hart gegen den Wind gefahren wurde, beide Protagonisten zum letzten Pass des Tages, dem Col de Mosses. Auch hier war es wieder Rolf, der sich einige Meter absetzen und oben etwas verschnaufen konnte, ehe er zusammen mit Thomi die Abfahrt zum dritten Verpflegungsposten in Rossignière bewältigte.

Von hier aus waren es nun noch rund 25 Kilometer bis ins Ziel. Doch der Gegenwind wurde immer stärker und man liess an den drei Pässen doch schon etwas Kraft liegen. Deshalb freuten sich die Birsfelder, dass vom Verpflegungsposten noch einige Fahrer mitkamen und man das letzte Teilstück als Gruppe in Angriff nehmen konnte. Unterstützt von einem Begleitmotorrad, welches einem den grössten Verkehr vom Hals hielt, schlängelte man sich die letzten sinkenden Kurven hinab und durchquerte noch einige Baustellen, ehe die finalen 15 Kilometer mit Gegenwind und Gegensteigungen anbrachen.

Leider funktionierte die Zusammenarbeit der Gruppe überhaupt nicht. So lag es an Lässers und zwei Romands die Wand zu durchbrechen und sich nach Bulle zurück zu kämpfen. Der Rest liess  sich ins Ziel schleppen. Dass sich immerhin einer für die Arbeit bedankte war schön, wenn auch etwas mager. Aber im Wind zu arbeiten war und ist undankbar. Nichtsdestotrotz war die Freude über die Zielankunft gross. Das anschliessende gemütliche Beisammensein in der grossen Halle bei Cola und Rangverkündigung war ideal, um noch einmal die Eindrücke zu verarbeiten. Danach ging es mit dem Auto wieder nach Hause und die Vorfreude auf den Muskelkater vom Montag machte sich langsam breit. Schliesslich lässt sich ein Radfahrer davon nicht die Laune verderben.